Deutsches Förderprogramm für Augenheilkunde

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Deutsches
Förderprogramm
für Augenheilkunde

Prof. Nicolas Feltgen

Prof. Nicolas Feltgen
Prof. Nicolas Feltgen

Prof. Nicolas Feltgen, Leitender Oberarzt Abteilung Augenheilkunde,
Universitätsmedizin Göttingen

 

Interview

Herr Prof. Feltgen, in der Vergangenheit haben Erfindungen deutscher Experten der Augenheilkunde entscheidende Impulse gegeben. Welche sind für Sie auch heute noch von wegweisender Bedeutung?

Allen voran fällt mir hierbei Albrecht von Graefe ein, dessen Leistungen im Rahmen seines 150. Todestags im Jahr 2020 gewürdigt werden. Aber auch Prof. Mackensen, der in Tübingen und Freiburg die mikrochirurgischen Techniken eingeführt hat, sowie Prof. Machemer, der Pionier der vitreoretinalen Chirurgie. Alle diese Entwicklungen haben die Ophthalmologie nachhaltig verbessert und dazu beigetragen, dass wir heute auf einem hohen diagnostischen und technischen Niveau behandeln können.

Sehen Sie aktuell bahnbrechende Entwicklungen in der Augenheilkunde, die mit den Erfindungen der Vergangenheit schritthalten können?

Die Entwicklungen in der Augenheilkunde in den vergangenen Jahren können als rasant bezeichnet werden. Erfreulicherweise sind von diesen Innovationen alle Bereiche der Ophthalmologie betroffen. Im vorderen Augenabschnitt sind hier die refraktiven Techniken und die neuen Methoden der Hornhauttransplantation zu erwähnen, im Bereich der Glaukombehandlung die mikroinzisionalen Eingriffe und auf dem retinologischen Sektor neben den beeindruckenden Fortschritten der medikamentösen Behandlung vor allem die innovativen Bildgebungstechniken (z. B. OCT-Angiografie).

Sie engagieren sich in der unabhängigen Expertenkommission des Deutschen Förderprogramms für Augenheilkunde von Bayer. Wie stufen Sie selbst die Bedeutung dieses Förderprogramms ein und was ist Ihre Erwartung?

Das Bayer-Förderprogramm bietet jungen Wissenschaftlern die Möglichkeit, Projektideen umzusetzen und Ergebnisse für weitere Forschungstätigkeiten zu generieren. Das Förderprogramm stellt somit eine ideale Möglichkeit für den Karrierestart dar. Das ist insofern bedeutsam, als die wissenschaftlichen Aktivitäten in den vergangenen Jahrzehnten eine deutliche Professionalisierung erfahren hat. Es ist heute kaum noch möglich, neben der klinischen Arbeit grundlagenwissenschaftlich konkurrenzfähig zu sein. Deshalb bin ich dankbar, dass es Angebote wie das Bayer-Förderprogramm gibt, die Nachwuchswissenschaftlern ermöglichen, eigene Projekte durchzuführen.

Welchen Stellenwert hat die Forschung im Alltag einer heutigen universitären Augenklinik?

Die universitäre Forschung ist weiterhin ein wesentlicher kreativer Motor für alle klinischen und patientennahen Fragestellungen. Sie stellt einen wichtigen Baustein bei der Entwicklung zukünftiger Behandlungen dar.

Wie ist Ihre Erwartung bzgl. möglicher Innovationen innerhalb der Augenheilkunde in den kommenden fünf Jahren?

Durch die konsequente Nachwuchsförderung sollte ein Netz junger Wissenschaftler und Ideen entstehen, so dass sich die ophthalmologische Forschung in Deutschland weiterhin auf einem hohem Niveau etablieren kann und den innovativen Forschungsstandort Deutschland stärkt.